tilt

der punkt war erreicht, als wir anfingen, über medieninhalte zu träumen. die seele war gehacked. das system war in uns. wir waren das system. wann hatten wir eigentlich angefangen, uns freiwillig auf standby zu schalten? nun stehen wir fassungslos vor uns selbst. vor dieser massenhaften kapitulation. dieser stillen invasion von fremdem, von macht durchzogenen bildern in unsere psychischen systeme. dem rückzug aus der eigenen phantasie. der kolonisierung der eigenen vorstellungskraft. und all das unter dem vorwand der entspannung und unterhaltung.

mündigkeit benötigt als basis einen eigenen kategorialen apparat. wie soll der entstehen, wenn unsere bilderwelt jeden tag mit belastetem material geflutet wird? durchzogen von macht, imperativen und normen. warum lassen wir das geschehen ? warum bleiben wir nicht widerständig? warum ziehen wir der kritischen distanz die inklusion ins falsche vor?

ach ja genau. man hat es ja im griff. man spielt mit den bildern. kann umdeuten. erlebt sich als mächtig und ebenbürtig, wenn man wie ein fisch im wasser mit dem zur verfügung gestellten medialen brei virtuos umgeht. und es ist so schön zu tun, was die meisten tun. wer will schon anders sein, als die anderen kinder.

die wahrheit ist: du spielst mit fremdem spielzeug. und es müllt dein gehirn zu. hinterläßt flecken und verklebt dein gehirn mit ready-mades. durchwuchert einen raum der nach eigenen vorstellungen und behutsam und gestaltet sein sollte. der untschied zwischen einem leeren zimmer mit einem tisch, den du auf irgendeinem flohmarkt zusammen mit einem lieben mensch gekauft hast. und einem zimmer, das voll mit ikea-platzhaltern aus einer katalogbestellung ist.

irgendwann wachst du auf und und merkst, dass du die zombies zur party in deinen kopf eingeladen hast. und jetzt kotzen sie dir die wände zu, verbrennen deine fotos im klo. und wärend sie filmen, wie sie dich kopfüber vom balkon hängen lassen, während du vor angst schreist,  singen sie ‚we are the champions‘. und es wird kein aufwachen geben, weil das dein leben ist.

fucked by media
und als letzter gedanke
ein gänseblümchen

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